Superstar Thomas D sucht in ‘Unser Star für Baku’ den Nachfolger von Grand-Prix-Wunder Lena Meyer-Landrut und macht sich schon viele Gedanken um diese große Aufgabe.
Irgendwo dazwischen: Thomas D (42) setzt in Baku nicht zwingend auf Sieg – den letzten Platz möchte er aber auch nicht haben. “Natürlich wäre der letzte Platz echt peinlich, den will keiner, da muss man gesenkten Hauptes nach Hause gehen”, erklärte der Musiker (‘Rückenwind’) gegenüber ‘Mainpost.de’, “aber mein erklärtes Ziel ist nicht der erste Platz, sondern einen Künstler zu finden und den Beginn einer Karriere einzuleiten. Vielleicht ja auch mit einem Gewinn beim ESC, aber auf jeden Fall mit einer guten Performance und einem guten Album.” Ab dem 12. Januar macht sich Thomas D als Jurypräsident des TV-Castings ‘Unser Star für Baku’ auf die Suche nach einem Talent, das Deutschland beim diesjährigen Grand Prix vertritt. Ob dabei nun ein Mann, eine Frau, ein Schmusesänger, ein Rocker oder ein Brit-Popper hervorgeht, ist dem Rapper egal. “Das Wichtigste ist, dass der Mensch, der Deutschland vertritt, authentisch ist. Dass er sein Herz auf die Bühne legt und man danach Gänsehaut hat, yeah. Ob das ein Countrymusiker ist oder eine Soul-Diva, ist egal”, untermauerte der Juror, betonte aber auch: “Ich bin kein Freund dieser Plastik-Acts, wo es nur um tolle Performance und tolle Tanzeinlagen geht. Vielleicht kann man damit sogar gewinnen – aber da fehlt mir einfach die Seele.” Während Thomas D in den letzten Tagen viel über andere Castingformate abgelästert hat, hält er auf seinen Vorgänger und Lena-Meyer-Landrut-Entdecker Stefan Raab große Stücke. “In den meisten Castingshows geht es doch nur um die Show. Man sucht einen, der halbwegs singen kann, und interessiert sich ansonsten hauptsächlich dafür, ob es in seiner Familie Krebs oder Skandale gibt. Stefan Raab hat gezeigt, dass es auch anders geht, er hat zum Beispiel Max Mutzke oder Stefanie Heinzmann gefunden, die beide heute noch Musik machen und den Weg eines Künstlers gehen – durch Höhen und Tiefen”, lobte der Künstler seinen Kollegen. Thomas D hat sich also vorgenommen, es ähnlich zu machen und verriet: “Ich will eine Künstlerförderung betreiben, wie sie heute in Deutschland kaum noch stattfindet, weil der Musikmarkt so geschrumpft ist. Und mit der Sendung haben wir eine tolle Plattform, um direkt vom Start weg große Aufmerksamkeit auf einen Künstler zu lenken.” Wenn er dann noch den letzten Platz beim Grand Prix umgehen kann, hat Thomas D seine Ziele erreicht.
Sänger Thomas D hat sich für das nächste Jahr viel vorgenommen und will neben seiner Tätigkeit als Jury-Präsident für ‘Unser Star für Baku’ auch noch eine neue Platte machen.
Trotz Jurypräsidentschaft: Thomas D (44) will zurück ins Studio. Der Musiker (‘Rückenwind’) steht mit den Bandkollegen der ‘Fantastischen Vier’ gerade kurz vor dem Abschluss der aktuellen Tournee und freut sich auf die Projekte, die im nächsten Jahr auf ihn zukommen: “Ich bin ja Jury-Präsident von ‘Unser Star für Baku’. Das wird mich bis März einnehmen, vielleicht länger, aber trotzdem haben wir uns entschieden, im neuen Jahr mit einer neuen Platte anzufangen. Wir haben Lust und Bock. Schon bei der jüngsten Platte haben wir gedacht, wir brauchen keine Pause, wir müssen uns von nix erholen oder von irgendetwas Abstand gewinnen. Wir haben Lust, neue Stücke zu machen”, sagte der Hip-Hopper im Interview mit der ‘Südwest Presse’. Die ‘Fantastischen Vier’ hatten vor einige Zeit ein schwierige Phase und brauchten Zeit, sich wieder zusammen zu raufen, um sich neu erfinden zu können: “Am Anfang waren wir alle in Stuttgart, hingen immer bei And.Y rum, haben Musik gemacht. Das war okay. Smudo war der erste, der sagte, ‘Ich kann so nicht mehr. Ich muss da raus. Täglich nur die Fantas. Das ist mir zu eng. Ich muss auch ein eigenes Leben haben.’ Er ist nach Hamburg gezogen, zu seiner damaligen Freundin. Michi und ich sind dann gefolgt. Ich war ein Jahr mit dem Wohnmobil unterwegs, And.Y war in Hamburg, kurz in Köln, kam dann wieder nach Stuttgart. Alle wollten mal außer Haus. Wenn wir uns jetzt treffen, wissen wir, warum. Wir arbeiten viel intensiver, hängen nicht einfach nur ab. Alle haben dieses Gefühl, wir genießen die gemeinsame Zeit und sind sehr effektiv in dieser eigentlich viel kürzeren Zeit, die wir zusammen verbringen, als früher”, erklärte Thomas D dazu. Das letzte Konzert der Tour in der Stuttgarter Schleyerhalle ist ein Heimspiel für die Band und vielleicht gibt es da eine kleine Überraschung: “Es ist ja kurz vor Weihnachten. Wir könnten, sollten, müssten eigentlich unser ‘Frohes Fest’ noch einmal spielen. Das ist ein Bonmot, das wir ganz selten auspacken”, kündigte Thomas D grinsend an.