Dunja Hayali: Empathisch, ehrlich, prägnant

Dunja Hayali: Empathisch, ehrlich, prägnant

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Dunja Hayali (c) Cover Media

Dunja Hayali (43) hat mit ihrer Rede über den Heimatbegriff einen Nerv getroffen.

Die Reporterin sieht sich seit Jahren dem Hass im Internet ausgesetzt. Vor allem Nutzer aus dem rechten Rand bedrohen sie regelmäßig. Dabei wirbt Dunja für ein besseres Miteinander und entwaffnet Neo-Nazis und Flüchtlingsgegner immer wieder verbal. In einer Rede in Dresden hat sie sich am Sonntag [18. Februar] mit dem Heimatbegriff auseinandergesetzt und damit unter anderem die Verwendung des Wortes Heimat hinterfragt: „Selbst ernannte Heimatbeschützer kriechen in unsere Köpfe und fummeln an den Schaltern rum. Sie missbrauchen den wunderbaren Begriff Heimat als Chiffre für Ausgrenzung.“

Ihre Rede für mehr Toleranz begeisterte nicht nur die Zuschauer im Saal, sondern anschließend auch die Nutzer im Internet, wie sich an den Kommentaren auf ihrer Facebook-Seite ablesen lässt. So schreibt etwa eine Nutzerin: „Liebe Dunja: Danke, dass Sie es in Zeiten so vieler Masken und Fassaden schaffen, authentisch zu sein, verständlich zu bleiben und auch Fehler zuzugeben. Letzteres wird immer eine Stärke sein. Und hören Sie nicht auf, auch Ihre Gedanken über Unsicherheit zu teilen, denn das fördert den dringenden nötigen Wertediskurs.“ Ein anderer stimmt zu: „Ich finde die Rede emphatisch, ehrlich und trotzdem nicht einfach in irgendeine Schublade zu packen. Viele prägnante Sätze, die ich sicher gern in der einen oder anderen Situation zitieren möchte. Danke!“

Doch auch ansonsten freut sich Dunja Hayali über ihre zumeist respektvolle Facebook-Gemeinde – denn nicht jeder schmeißt gleich mit Schmutz, wie sie bereits gegenüber der ‚Augsburger Allgemeinen‘ erklärte: „Wir alle legen den Fokus viel zu sehr auf das Negative. Natürlich müssen wir solche Dinge publik machen, das muss durchdiskutiert und benannt werden. Aber 90 Prozent des Feedbacks, das ich bekomme, ist konstruktiv und respektvoll.“