Fahri Yardim: Zeit für neue Rebellionen

Fahri Yardim: Zeit für neue Rebellionen

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Fahri Yardim (c) Cover Media

Fahri Yardim (37) macht sich Sorgen über die Gesellschaft von heute.

Der Darsteller ist mit dem Drama ‚Jugend ohne Gott‘ im Kino zu sehen. Der Stoff basiert auf dem gleichnamigen Roman des österreichischen Schriftstellers Ödön von Horvath, der sich darin mit dem Dritten Reich auseinandersetzt. Hauptfigur ist ein Lehrer, der den Nationalsozialismus im Privaten ablehnt, aber nicht den Mut hat, dies auch öffentlich zu leben. Für Fahri ist dies ein zeitloser Stoff, der nichts von seiner Aktualität verloren hat, wie er gegenüber der ‚Frankfurter Neue Presse‘ erklärte:

„Der Film zeigt eine sehr entsolidarisierte Gesellschaft. Einen enorm gewachsenen Leistungsdruck. Die zunehmend dominierende Digitalisierung. Sowie die Entfremdung zwischen den Privilegierten und den Abgehängten. All das scheint mir nicht so weit weg von unserer aktuellen Wirklichkeit, es ist nur zugespitzter dargestellt. Es gibt in diesem Film die Hoffnung, noch aus den destruktiven Tendenzen aussteigen zu können, wenn wir sie als solche erkennen.“

Der Widerstand müsse allerdings erst entdeckt werden, was eine große Herausforderung sein kann, wie Fahri fortfuhr: „Als Reaktion auf die Radikalisierung der fundamentalistischen Elemente auf Seiten der Nationalisten und Autokraten gibt es eine Gegenbewegung gegen die Spalter. Je stärker etwas auseinanderfällt, desto mehr schließlich sich die kritischen Kräfte zusammen. Die Zeit scheint reif für neue Rebellionen, die Ideale erobern ihren Platz zurück gegen die verkrusteten Karrieregedanken.“

Es war für Fahri Yardim aber nicht nur die brennende Aktualität des Stoffes, die ihn an dieser Verfilmung gereizt habe. Er habe sich auch sehr gut mit dem Lehrer, den er verkörpert, identifizieren können – schließlich seien wir alle in gewisser Hinsicht Opportunisten, wie der Schauspieler gegenüber der ‚BZ‘ erklärte: „Er fühlt sich weder stark noch mutig genug, gegen die systematische Enge aufzubegehren, er ist gefangen. Seine Karriere geht über das Ideale. Im Zweifel legt man die Haltung ab und salutiert den Verheißungen. Das kenne ich.“