Lars Eidinger: Die Leute sehen nur einen Teil meines Talents

Lars Eidinger: Die Leute sehen nur einen Teil meines Talents

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Lars Eidinger (c) Cover Media

Lars Eidinger (41) weiß, was er beruflich wert ist.

Der Schauspieler (‚Der Terror – Ihr Urteil‘) begeisterte gerade in Großbritannien in der BBC-Serie ‚SS-GB‘ als sinistrer SS-Offizier Oskar Huth. Die Londoner kannten ihn bereits als Hamlet und Richard III auf der Bühne, aber der Berliner glaubt, dass sie nur eine bestimmte Version seiner Kunst gesehen haben:

„Ich habe diese Arroganz, dass ich mir Sorgen mache, die Leute würden nur einen winzigen Teil meines Talents mitbekommen“, offenbarte Lars im Interview mit dem ‚Guardian‘. „Eines Tages bekomme ich die Rolle, die beweisen wird, wozu ich fähig bin, und dann gewinne ich einen Oscar.“

So viel Selbstbewusstsein prägt auch sein Theaterspiel – oft improvisiert er und verstört damit Publikum und Kollegen. Aber das mache seine Einzigartigkeit aus: „Hier ist ein Schauspieler, der bereit ist, zu riskieren, dass alles in die Hose gehen kann, denn er improvisiert, ohne zu wissen, wie es enden wird“, beschrieb der Star sich selbst. „Was meinen Mut betrifft, gibt es wohl niemand anderen, der es ähnlich handhabt. Produktionen, in denen ich nicht mitspiele, fehlt diese Radikalität.“

Klare Worte – Lars Eidinger hat für sein Selbstlob auch eine eigene Theorie entwickelt, die er unlängst gegenüber ‚RP-Online‘ preisgab: „Es ist eine Gegenbewegung zur üblichen Koketterie von Schauspielern, die über falsche Bescheidenheit um Bestätigung buhlen, weil sie unsicher sind. Als Theaterschauspieler ist man jeden Tag mit den Reaktionen der Zuschauer konfrontiert und sollte darüber ein Wirkungsbewusstsein entwickeln. Der Umstand, dass Zuschauer mir konzentriert zuhören, mitfühlen und die Art, wie sie auf mich reagieren und am Ende applaudieren, speist mein Selbstbewusstsein“, betonte Lars Eidinger.