Olivier Theyskens: „Ich stelle mir vor, eine Frau zu sein“

Olivier Theyskens: „Ich stelle mir vor, eine Frau zu sein“

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Designer Olivier Theyskens schlüpft in die Rolle einer Frau, wenn er seine Kreationen entwirft.

Wechselt die Perspektive: Olivier Theyskens (34) versetzt sich in eine Frau, um seine Designs authentischer zu gestalten.
Der niederländische Modemacher hat einen einzigartigen Ansatz beim Kreieren seiner Meisterwerke für ‚Rochas‘, ‚Nina Ricci‘ und nun auch für ‚Theory‘: Beim Designen versetzt sich der Mode-Star in die Lage einer Frau und stellt sich vor, wie sie sich in den Kreationen fühlen würde.
„In meinem Kopf findet diese Verschiebung statt und ich versetze mich mehr und mehr in Frauen hinein. Ich stelle mir die Mädchen vor und überlege, ob es mir an ihrer Stelle gefallen würde. Würde ich das Teil so tragen? Würde ich die Jacke tragen wollen? Wenn ich dieses Jackett hätte, welche Hose würde dazu cool aussehen? So habe ich mich beim Kreieren weiterentwickelt“, verriet er der Publikation ‚Into the Gloss‘.
Olivier Theyskens erklärte, dass sich diese Arbeitsweise erst im Laufe seiner Karriere herausbildete. „Deshalb sehen meine Stücke nicht so aus, als ob ich irgendein beeindruckendes Design zeigen möchte, auch wenn die Models meine Kollektionen auf dem Laufsteg präsentieren. Es ist einfach, als ob ich mir vorstellen würde, was mir als Mädchen gefallen würde. Das ist ganz anders als früher, die Annäherung findet weniger von außen statt. Ich betrachte die Frauen nicht mehr von außen als Figur. Es ist eine mentale Verschiebung“, grübelte er.
Weiterhin sprach der Visionär über den aktuellen modischen Geschmack von Frauen und kritisierte einige Aspekte. Dazu zählt unter anderem die Verwendung von Make-up, die er zunehmend ablehne.
„Ich lehne Make-up an Frauen immer mehr ab. Vielleicht ist das gerade nur eine Phase. Aber ich finde es merkwürdig, die Art und Weise wie wir Make-up auftragen – um die Augen herum und auf den Lippen“, kritisierte Olivier Theyskens.