Depeche Mode: Dave Gahan hat noch immer Lampenfieber

Depeche Mode: Dave Gahan hat noch immer Lampenfieber

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Dave Gahan (c) DB/WENN.com

Dave Gahan (54) muss sich auf der Bühne erstmal einleben.

Mit der Synth-Rockband Depeche Mode (‚Enjoy the Silence‘) konnte der britische Musiker zwar bereits über 100 Millionen Alben verkaufen und unzählige Stadien füllen, trotzdem machen ihm Live-Auftritte noch immer zu schaffen. Im Interview mit ‚thueringen24.de‘ enthüllte der Frontmann, wie er sich bei der jüngsten Performance von Depeche Mode in Berlin fühlte:

„Ich wurde vorher plötzlich sehr ängstlich, das war so 30 Minuten vor der Show in meiner Garderobe. Ich dachte nur: ‚Ach, Gott, ich kenne dieses Gefühl, ich mag es nicht!'“, so der Künstler, der mit seinen Kollegen Martin Gore und Andrew Fletcher am vergangenen Freitag [17. März] im Rahmen der ‚Telekom Street Gigs‘ in der deutschen Hauptstadt auftrat.

Er habe einige Songs gebraucht, um sich auf der Bühne schließlich wohlzufühlen, so Dave weiter. „Ich musste irgendwie erst ankommen“, gestand er. „Wenn ich mich erst einmal geöffnet habe, dann fließt es, dann ist alles möglich, dann wird es fantastisch, dann bin ich… ja, wie bin ich dann? Wie ein überbezahlter Stripper“, fügte der Sänger lachend hinzu.

Am 17. März erschien übrigens auch das neue Album der Gruppe, ‚Spirit‘, auf dem das Trio teilweise auch seine Wut zum Ausdruck bringt – zum Beispiel mit dem Song ‚Fail‘. Martin Gore, Sänger und Gitarrist der Band, verriet gegenüber ‚rp-online.de‘, warum sie kritische Töne anschlagen: „Ich bin enttäuscht von der Menschheit zurzeit, das sind trostlose Zeiten. Wenn man beim Liederschreiben mit vollem Herzen dabei ist, ist die Reaktion Zorn.“

Besonders schockiert waren die Männer, als der US-Neonazi Richard Spencer sie als offizielle Band der Rechten bezeichnete – angeblich weil ihre Musik faschistische Elemente aufweise. „Wir waren schockiert. Und sehr verdutzt. Nehmen Sie irgendeins unserer Alben, schauen Sie auf die Texte, und Sie werden sehen, dass wir eher links als rechts stehen“, erklärte ein verwunderter Martin Gore. „Ein Freund von mir sagte, der Kerl möge sich mal Bilder von uns aus den 80er-Jahren ansehen. Wir trugen Make-up und Minirock: Sehen diese Typen aus wie die Posterband der Rechtsradikalen?“ Klare Worte seitens Depeche Mode.