Guillermo del Toro: Ich ziehe mich an wie der letzte Mensch

Guillermo del Toro: Ich ziehe mich an wie der letzte Mensch

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Guillermo Del Toro (c) Apega/WENN.com

Guillermo del Toro (52) erfreut sich an den kleinen Dingen.

Der Filmemacher feiert derzeit mit seinem neuen Werk ‚Das Flüstern des Wassers‘ international Erfolge. Doch als typischen Hollywood-Superstar sieht sich Guillermo nicht – ganz im Gegenteil, wie er gegenüber ‚Nordbuzz‘ deutlich machte: „Ich bin 52 Jahre alt. Ich könnte mich zur Ruhe setzen. Ich ziehe mich an wie der letzte Mensch und fahre ein vier Jahre altes Auto. Mir gehören weder eine Privatinsel noch ein Jet. Ich könnte in Rente gehen und den lieben langen Tag Filme von Mervyn LeRoy und William Wellman schauen. Und ich fände das ein tolles Leben.“ 

Allerdings gibt es noch genügend Filmstoffe, für die der gebürtige Mexikaner regelrecht brennt und für die er nur zu gerne vom Sofa aufsteht, um sie auf die Leinwand zu bringen. Als festen Teil der Hollywood-Gemeinschaft zähle er sich nicht, wie er fortfuhr: „Ich empfinde mich in jeder Lebensphase gleichermaßen als Außenseiter. Ich hatte noch nie in meinem Leben das Gefühl, irgendwo ‚dazuzugehören‘. Ich bin zu sehr Genrefilmer für die Kunstkinofraktion und zu sehr Arthouse für den kommerziellen Film. Ich bin ein verrückter Typ.“

So kam es, dass sein Karriereweg alles andere als gerade war – das Filmgeschäft ist schließlich nicht vorhersehbar, wie Guillermo del Toro bereits gegenüber ‚Deadline‘ erklärt hatte: „Immer wenn man sich in so eine Prämisse wie bei diesem Film oder ‚Pans Labyrinth‘ oder ‚The Devil’s Backbone‘ stürzt, wenn man sich mit einer so empfindlichen Alchemie beschäftigt wie bei diesem Genre, kann man es vorher nie wissen. Es kann sich in beide Richtungen entwickeln. Das ist ein Kontaktsport. Man legt los und gerät mit dem Material aneinander. Wenn man das schon ein Vierteljahrhundert macht, ist das einzige, was man lernt, dass es keine Sicherheit gibt.“