Oliver Kalkofe: Es wird schon ewig über Zuschauer gespottet

Oliver Kalkofe: Es wird schon ewig über Zuschauer gespottet

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Oliver Kalkofe (c) picture alliance / Geisler-Fotopress

Oliver Kalkofe (52) fühlt sich als Zuschauer angegriffen.

Der Satiriker (‚Kalkofes Mattscheibe‘) hatte die Meldung aufgegriffen, dass der ProSieben-Chef Thomas Ebeling seine Zuschauer in einer Telefonkonferenz als ein „bisschen fettleibig und ein bisschen arm“ beschrieben hat. Überrascht ist Oliver davon allerdings nicht, schließlich würde man beim Privatfernsehen eben so über seine Zuschauer denken, wie er erklärte, als er von der ‚Bild‘-Zeitung gefragt wurde, wie er Thomas Ebelings Aussage einschätze:

„Sie ist äußerst daneben. Andererseits aber auch sehr zu begrüßen, denn versehentlich ist hier mal die seit Langem vorherrschende ehrliche Meinung über die Zuschauer rausgerutscht. […] Hinter der Hand wird dort schon ewig über die blöden Zuschauer gespottet, die all den billigen Mist schauen, den man ihnen vorsetzt – nur sollte das nie an die Öffentlichkeit dringen.“

Oliver Kalkofe fühle sich auch persönlich angegriffen, da die Schuld nicht bei den Zuschauern liege, sondern daran, dass Programmmacher ihre Zuschauer konsequent unterschätzen, wie er fort fuhr: „Da das Publikum eh zum größten Teil fett, arm, faul, dumm – kurz: minderwertig – ist, kann man ihm halt auch jeden Müll als Gourmet-Mahlzeit vorsetzten, er wird es schon fressen und ist eh zu blöd den Unterschied zu merken.“

In einem Statement hatte auch der Programmchef von Olivers Arbeitgeber Tele5, Kai Blasberg, zu den Äußerungen seines Konkurrenten Stellung bezogen, indem er schrieb: „Viele Jahre bei Europas größtem Entertainment-Konzern haben ihn steinreich gemacht. Offensichtlich aber nicht klug werden lassen. Den von ihm Verachteten verdankt er seinen materiellen Reichtum.“ Der seit Jahren vonstatten gehende Niedergang des Privatfernsehens ärgere ihn auch persönlich: „Ist es doch dieser Verachtung eines gekränkten älteren Mannes geschuldete unnötige Selbstaufgabe von Freude an der Phantasie, die leb- und seelenlose Fernsehverwaltung hat entstehen lassen, die meiner Branche so sehr schadet.“