Sarah Burton: Der Design-Prozess als Puzzlespiel

Sarah Burton: Der Design-Prozess als Puzzlespiel

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Designerin Sarah Burton erklärte den akribischen Prozess, der dem Design eines ihrer Kleider vorhergeht.

Mühsame Arbeit: Sarah Burton (36) beschrieb den außergewöhnlichen Arbeitsvorgang, der ihre berühmten Porzellan-Kleider entstehen ließ.
Die ‚Alexander McQueen‘-Designerin beeindruckte viele Fans und Fashion-Kritiker mit einer ganz besonderen Kreation in ihrer Herbst/Winter-Kollektion 2011. Das Gewand besteht aus einem figurbetonten Mieder, das den Anschein erweckt, aus zersplittertem Porzellan zu bestehen, und einem langen gerüschten Rock, der vorne kurz und hinten lang ist. Das Anfertigen dieses Meisterwerks dauerte sogar noch länger, als allgemein angenommen.
„Wir modellierten eine Porzellanfigur in Form eines Körpers, nahmen einen Gipsabdruck davon und gossen das Porzellan auf die Form. Wir bemalten zehn verschiedene Teller von Hand. Dann zerlegten wir sie, als ob sie zerbrochen wären, das heißt wir legten das Muster zurecht. Dann konstruierten wir das Ganze auf ein Oberteil. Dann schnitten wir mit der Hand alle Porzellan-Teile von der Form aus. Nun gestalteten wir jedes einzelne Teil individuell und nummerierten es. Es war wie ein Puzzlespiel“, beschrieb Burton in einem auf ‚hintmag.com‘ geposteten Video.
Der Clip entstand während der Fashion-Show zur Feier der Shop-Eröffnung in Beijing. Weiterhin erklärte der Mode-Star, wie froh sie nach anfänglichen Zweifeln sei, die Führung des Labels nach dem Tod des Designer Lee ‚Alexander‘ McQueen 2010 übernommen zu haben.
„Er war so inspirierend und lustig und ein unglaublicher Mann. Ich hatte zunächst Angst, den Job zu übernehmen. Aber jetzt blicke ich zurück und bin sehr froh, dass ich es gemacht habe, denn das Atelier konnte in seinem Sinne weiterleben und hielt das Team zusammen. Wofür hätte er in den letzten Jahren so hart gearbeitet, wenn jetzt alles verschwinden würde?“, grübelte Sarah Burton.