Abdelkarim: Mit Comedy gegen die Politikverdrossenheit

Abdelkarim: Mit Comedy gegen die Politikverdrossenheit

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Abdelkarim (c) Cover Media

Abdelkarim (35) nimmt Politiker unter die Lupe.

In wenigen Wochen wird in Deutschland wieder gewählt – und leider darf man davon ausgehen, dass auch in diesem Jahr nur wenige junge Menschen den Gang zur Wahlurne wagen. Die Wahlbeteiligung ist vor allem in dieser Gruppe stets niedrig. Da scheint die Idee von RTL II nicht schlecht, ausgerechnet auf dem Heimatsender der Scripted Reality ein Politformat zu inszenieren – immerhin kann dort die richtige Zielgruppe erreicht werden. In ‚Endlich Klartext – Der große RTL II Politiker-Check [29. August, 22.20 Uhr und 5. September, 23.15 Uhr] konfrontiert Komiker Abdelkarim Politiker mit den Sorgen und Nöten ganz normaler Bürger. „Man hört ja sehr viel von der Politikverdrossenheit der Menschen. Das ist aber nur ein Märchen“, war sich der Comedian mit marokkanischen Wurzeln im Interview mit ‚teleschau‘ sicher. „Viele Menschen, auch jüngere, interessieren sich sehr für Politik, schauen aber trotzdem keine Polit-Talkshows. Die wollten wir nicht zutexten mit irgendwelchen Sätzen mit 35 Kommas.“ ‚Endlich Klartext‘ sei aber kein Comedy-Format, wie Abdelkarim betonte. „Trotzdem: Zu bierernst wollten wir das nicht angehen, nicht zu sehr im Talkshow-Modus. Der hat durchaus seine Berechtigung, das können aber andere besser. Wir wollten das etwas lockerer angehen, ohne aber auf Inhalte zu verzichten.“

Der Inhalt seines Bühnenprogramms hingegen besteht oft aus der Aufarbeitung von Klischees gegen Ausländer. Was Abdelkarim damit vermitteln möchte? Mehr Toleranz. „Sie fehlt definitiv im Alltag“, erläuterte er im Gespräch mit der ‚ARD‘. „Man sollte nicht nur auf die Sozialarbeiter hoffen und die Politik machen lassen. Zwar leisten vor allem die Sozialarbeiter hervorragende Arbeit, aber man sollte selber auch aktiv werden. Man kann zum Beispiel damit anfangen, dass man sich ehrlich fragt: ‚Wie tolerant bin ich und tu‘ ich wirklich alles, was ich tun könnte für mehr Toleranz und Akzeptanz?‘.“