Campino: Das muss doch nicht sein

Campino: Das muss doch nicht sein

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Campino (c) picture alliance / Jörg Carstensen/dpa

Campino (55) macht sich gegen Farid Bang (31) und Kollegah (33) stark.

Eigentlich hatte man gedacht, dass in den letzten Wochen alles zu den beiden Rappern (‚Zieh‘ den Rucksack aus‘) gesagt wurde, doch der Toten-Hosen-Frontmann (‚Wannsee‘) nutzte seine Dankesrede beim Echo [12. April] nicht nur um Danke zu sagen, sondern auch um den Elefanten im Raum anzusprechen. Farid Bang und Kollegah waren trotz vermeintlich antisemitischer Textzeilen weiterhin für den Echo nominiert gewesen und konnten in der Kategorie Hip-Hop/Urban zum Schrecken vieler tatsächlich gewinnen. Campino gewann mit den Toten Hosen in der Kategorie Rock National und ging danach zum Angriff über. Auch er und seine Band hätten in der Vergangenheit provoziert, doch „Wann ist die moralische Schmerzgrenze erreicht?“ wollte er wissen.

Als Kollegah dann selbst seinen Preis überreicht bekam, nutzte er die Gelegenheit natürlich, um den Angriff zu erwidern. Er warf Campino vor, dass seine Rede stillos wäre. Außerdem lud er jeden auf der Aftershowparty ein, mit ihm über die problematische Textzeile – „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ – zu diskutieren.

Kollegah und Farid Bang haben die Aufmerksamkeit des Abends genutzt und direkt einen neuen Song samt Re-Release des ‚JBG 3‘-Album angekündigt. Denn – und das weiß wohl auch Campino – auch schlechte Publicity ist am Ende immer noch Publicity.

Man kann die Texte natürlich geschmacklos und sogar widerlich finden, doch am Ende ist der Echo immer noch ein Verkaufspreis und wie Produzent Mousse T. (51, ‚Sexbomb‘) gegenüber der ‚Bild‘ anmerkte: „Die Jungs haben die meisten Platten verkauft, deswegen bekommen sie den Echo. Punkt.“