Campino: Punk, den alle brüllen können

Campino: Punk, den alle brüllen können

0
TEILEN
Bild zum Artikel
Campino (c) Cover Media

Campino (54) mag Straßenfegersongs.

Der Musiker (‚Tage wie diese‘) rüttelte mit den Toten Hosen die deutsche Musikkultur wach und brachte den Punk erstmals in den Mainstream. Davon ist heute nur noch ein kleiner Rest übrig – auch in der Gesellschaft. Doch das reicht für Campino, wie er der ‚DB MOBIL‘ verriet:

„Ich bin nicht der Meinung, dass Punk tot ist. Es gibt keine klar zu definierende Gruppe mehr, aber letztlich brauchst du nur drei Leute, die sagen: Wir sind Punks! Dann stimmt das Bild für diese drei und ihre Welt. Gerade jetzt, da wir wieder mit der Band durch die Wohnzimmer touren, erleben wir viele, die ein buntes Leben führen und ihr Ding durchziehen.“

Der Weg in den Mainstream hat auch dazu geführt, dass die Songs der Toten Hosen von Helene Fischer gesungen und von Florian Silbereisen als Schlager beschrieben werden – und selbst das scheint für Campino in Ordnung zu sein, der schon immer die Massen erreichen wollte: „Wir sind hoch interessiert daran, Straßenfegersongs zu machen, die jeder brüllt! Die Toten Hosen haben immer einen gehörigen Touch Südtribüne drin. Wir wollen, dass die Fans die Refrains mitsingen können.“

Wenn Campino Helene Fischer auch nicht für ihre Musik kritisiert, dann aber dafür, ihre Bekanntheit nicht für politische Zwecke einzusetzen. Doch das liege wohl am Management, hatte der Sänger gegenüber dem ‚Westen‘ gemutmaßt. Was würde passieren, wenn sich Helene gegen die rechte Stimmung in Deutschland stark machen würde? „Das Management würde vielleicht sagen: ‚So einen Ärger brauchen wir nicht, wir haben eine gut geölte Maschine, die perfekt läuft, also bitte in Bezug auf Politik den Mund halten‘.“ Die Toten Hosen würden allerdings aus Angst um den Verlust von Fans niemals den Mund halten.