Chris Cornell: Sein Bruder spricht über seinen Tod

Chris Cornell: Sein Bruder spricht über seinen Tod

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Chris Cornell (c) Brigitte Engl/WENN.com

Den Bruder von Chris Cornell (†52) schmerzt dessen Selbstmord noch immer sehr.

Der Sänger (‚You Know My Name‘) nahm sich im Mai das Leben. Seitdem ist für seine Freunde und Familie nichts mehr, wie es vorher war. Seiner Trauer – aber auch seiner Dankbarkeit für die Fans, die sich seitdem für die Suizidprävention einsetzen – machte nun auch Chris‘ Bruder Peter in einem Brief via Facebook Luft.

„Ich kann den Schmerz des Verlustes nicht leugnen. Auf gewisse Art und Weise klammere ich mich daran. Ich weigere mich loszulassen, weil ich meinen kleinen Bruder bei mir haben möchte, auch wenn alles, was übrig ist, nur Erinnerungen sind“, schrieb er. „Zum Glück sind wir reich an Erinnerungen. Ich spiele sie (zu) oft ab, beginnend mit unserer Kindheit und erlebe die Herrlichkeit des Seattles der 90er Jahre nochmal …“

Überraschenderweise hatte Chris‘ Tod aber auch positive Auswirkungen auf Peter und seine Familie. „Mitgefühl ist momentan wie ein neues Wort für mich. Dieser Horror hat eine Verbindung zur Familie hergestellt, die ich für viele, viele Jahre nicht kannte“, erklärte er. „Das ist eine bittersüße Verbindung, bei der es gleichermaßen darum geht, die Zerstörung nochmal zu erleben und die Zäune auf liebevolle Art und Weise einzureißen, die uns so lange voneinander getrennt haben. Mitgefühl rüstet mich damit aus, ihren Verlust so spüren zu können, wie ihr und ich das füreinander gespürt haben. Meine Familie hat meinen Bruder gewissermaßen zweimal verloren. Das ist eine Bürde, die ich nicht mit ihnen teile. Ich habe neue Ohren und hoffentlich ein größeres Herz dazu gewonnen.“

Obwohl auf Peters Social-Media-Kanälen nach der Tragödie eine Weile Funkstille herrschte, ist ihm das Engagement von Chris Cornells Fans nicht entgangen. „Ich konnte es nicht glauben, wie ihr die Botschaft aufgenommen und weitergetragen habt, für die Suizidprävention Liegestütze zu machen“, staunte er. „Was für eine niederschmetternde Art, die Augen geöffnet bekommen, wie viele Leben um mich herum und um uns alle von solch einer Tragödie berührt worden sind. Ich hoffe, dass wir in Zukunft offener über Prävention sprechen und das Stigma beseitigen können, dass es sich beim Gespräch um Selbstmord um ein schmutziges, kleines Geheimnis handelt. Schön wär’s … Was ich nicht dafür geben würde, um auch nur den kleinsten Anteil dieser Erkenntnis Anfang Mai gehabt zu haben.“