Drangsal: Wir brauchen mehr Diversität

Drangsal: Wir brauchen mehr Diversität

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Drangsal (c) picture alliance / Annette Riedl/dpa

Drangsal (24) will mehr Queerness.

Der Sänger (‚Zores‘) hatte sich bereits in der Vergangenheit über die deutsche Pop-Szene beschwert, indem er ihr fehlende Diversität vorwarf. Seitdem hat sich einiges getan und Drangsal lobt mehrere aktuelle Alben seiner Kollegen – doch es sei noch immer nicht genug, wie er im Interview mit dem ‚Tagesspiegel‘ klagt: „Was ich ein bisschen vermisse sind Frauen. Immerhin gibt es Gurr, die Heiterkeit oder Ilgen-Nur, aber insgesamt ist es zu wenig divers. Mir als jungem bisexuellen Mann fehlt zudem Queerness im deutschen Pop.“

Drangsal trägt seinen Teil zur positiven Entwicklung bei, schließlich ist er selbst bisexuell und drückt dies auch in seinen Texten aus – auch wenn er das Wort bisexuell gar nicht möge: „‚Human sexual‘ gefällt mir besser. Ich finde einfach Menschen gut, unabhängig davon, was sie zwischen den Beinen haben. Aber ja, ich würde das gerne mehr repräsentieren. Beim ersten Album habe ich auf die Frage, ob ich schwul bin, immer gesagt: Das geht dich nichts an. Aber inzwischen ist es mir zuwider, es nicht zu thematisieren. In dem Song ‚Und du‘ geht es ja auch genau darum.“

Mit dem ewigen Kritisieren seiner Kollegen solle damit nun sowieso Schluss sein, da es ihn selbst langweile, wie Drangsal im Gespräch mit ‚Intro‘ schmunzelte: „Ich habe die zwei letzten Jahre damit verbracht, zu stänkern. Ehrlich gesagt habe ich 20 Jahre lang einen exorbitanten Geltungsdrang gehabt, aber niemanden, der mir zuhört. Als ich es dann endlich geschafft hatte, dass mir jemand ein Mikrofon hinhält, ist alles auf einmal explodiert, was sich an Teenager-Frust angesammelt hatte. Ich habe so viel Energie damit verschwendet, über Dinge zu reden, die ich nicht gut finde. Also lasst uns doch jetzt über das sprechen, was ich mag! Das ist ein geilerer Vibe.“