John Malkovich: "Man hat es irgendwann satt, tyrannisiert zu werden"

John Malkovich: "Man hat es irgendwann satt, tyrannisiert zu werden"

0
TEILEN
Bild zum Artikel
John Malkovich (c) Daniel Deme/WENN.com

John Malkovich (63) musste sich schon früh zur Wehr setzen.

In New York schlug der Megastar (‚100 Years‘) einst mit der Faust die Tür eines Busses ein, weil der Fahrer ihn nicht mehr mitnehmen wollte. Im Central Park verfolgte er mal einen Stalker mit einem Messer. Ein Verhalten, dass er bereits in seiner Kindheit an den Tag legte – zum Leidwesen seines älteren Bruders Danny.

„Ich habe ihn mehr als einmal mit einem Schlachtermesser in der Hand gejagt. Man hat es irgendwann satt, tyrannisiert zu werden“, offenbarte John Malkovich im Interview mit dem ‚Stern‘. Warum der Bruder ihn so piesackte? „Vielleicht war er neidisch auf mich, weil ich der Zweitgeborene war. Oder war ich so nervig, dass man mich einfach schikanieren musste?“, versuchte sich der Star an einer Erklärung.

Er selbst teilt allerdings ebenfalls ganz schön aus – zum Beispiel gegen Kritiker, die ihm nicht wohlgesinnt sind. „Wenn du bekannt bist, dann gibt es immer Leute, die dich hassen. Sie hassen, was du tust, sie hassen, wie du aussiehst, sie hassen was auch immer. Wenn man in die Öffentlichkeit tritt, darf man nicht erwarten, dass einen jeder liebt“, betonte John Malkovich jedoch.

Nicht jeder liebt ihn wohl auch als Diktator – den gibt er aktuell in der Hamburger Elbphilharmonie im Stück ‚Just Call Me God‘. Er selbst sei überhaupt nicht politisch, sei auch im vergangenen Jahr nicht wählen gegangen. Dass viele seiner Kollegen so als prominentes Sprachrohr fungieren, stoße ihm sauer auf. „Mein Gefühl ist: Je mehr Prominente über Politik reden, desto weniger Einfluss haben sie“, erläuterte John Malkovich im Gespräch mit dem ‚Hamburger Abendblatt.‘ „Das hat die letzte Wahl bewiesen. Die Leute schalten ab. Ich bin Schauspieler, ich bin Regisseur, ich designe Mode, ich schreibe. Das ist es, was ich tue.“