Maren Kroymann: Würdigung nach 20 Jahren

Maren Kroymann: Würdigung nach 20 Jahren

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Maren Kroymann (c) Cover Media

Maren Kroymann (68) ist glücklich über ihren Grimme-Preis.

Die Satirikerin darf am Freitag [13. April] den Grimme-Preis für ihre Sendung ‚Kroymann‘ in Empfang nehmen. Damit musste sie „nur“ 20 Jahre warten, denn schließlich war sie bereits in den 90er Jahren mit würzigen Sketchen im Fernsehen zu sehen, mit denen sie die Gesellschaft auf die Schippe nahm. Im Interview mit ‚B.Z.‘ teilte Maren ihre Freude über den renommierten Preis:

„Ich habe spitze Schreie ausgestoßen und bin im Zimmer rumgehüpft. Ich freue mich total, dass jetzt gewürdigt wird, woran ich vor 20 Jahren gearbeitet habe. Dass ich jetzt als ältere, feministische Lesbe im deutschen TV wieder meine eigene Sendung haben und fortführen darf, jetzt mit einer tollen, innovativen Produktionsfirma, und wir alle dafür auch noch den Grimme-Preis bekommen, ist für mich eine wunderbare Anerkennung und riesige Genugtuung.“

So hofft sie, dass der Grimme-Preis auch dabei hilft, mehr junge Leute zu erreichen, denn Maren möchte alle Generationen ansprechen: „Ich falle schon auf. Das nutze ich natürlich und arbeite gerne mit den unterschiedlichen Generationen. Ich möchte auch die jungen Leute erreichen.“

Der Preis bedeute für sie allerdings noch etwas ganz anderes, denn er spiegele eine Veränderung in der Gesellschaft wider, wie Maren Kroymann gegenüber dem ‚Spiegel‘ hervorhob: „Er ist ein Zeichen dafür, dass die Arbeit meines Teams bei ‚Kroymann‘ heute mehr gewürdigt wird, als meine Sendung ‚Nachtschwester Kroymann‘ vor zwanzig Jahren. Die Sendung damals war auch schon anarchisch, politisch inkorrekt und enthielt Ideen, die kein anderer sonst hatte. Man hat das Avantgardistische nicht gesehen, obwohl ich eine Pionierin war. Jetzt ist es soweit, dass so eine Art Sendung auch auf offizieller Ebene gut gefunden wird. Dafür bin ich total dankbar.“