Marteria: Musik ohne Message ist langweilig

Marteria: Musik ohne Message ist langweilig

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Marteria (c) picture alliance / Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB

Marteria (34) hat eine Botschaft.

Der Rapper bringt am kommenden Freitag sein neues Album ‚Roswell‘ heraus. Wer dabei zuerst an Außerirdische denkt, wird bei einigen Tracks tatsächlich auch nicht enttäuscht – dabei ist seine Platte aber auch überraschend politisch geworden. „Absolut. Ich finde Musik ohne Message langweilig“, erläuterte der Künstler, der im wahren Leben Marten Laciny heißt, im Interview mit ‚MusikBlog‘. „Jeder Mensch hat eine Meinung, und die kann man als Musiker selbst in tanzbaren Songs wie ‚Alien‘ unterbringen. Umgekehrt sollte man zu politischen Liedern aber auch ein bisschen abfeiern, sonst wird es schnell öde. So gesehen, glaube ich, dass Rapper für junge Fans oft die besseren Politiker sind.“ Dabei wolle Marteria aber keineswegs belehrend auf seine Anhänger wirken. Wie schafft er das? „Indem ich den Zeigefinger unten lasse und einfach aufschreibe, was ich empfinde, was meiner Situation entspricht“, erklärte er. „Das beste Beispiel ist ‚Links‘. Das ist kein Song für Linke, sondern für solche, die den Weg dorthin suchen und glauben, es gebe da nur einen richtigen. Ich biete Optionen an. Mein Appell geht da eher an den gesunden Menschenverstand als irgendwelche Dogmen, denn auf jeder Seite gibt es welche, die Ahnung haben und es gibt die anderen.“

Was in seinem Land abgeht, sei ihm mittlerweile sehr wichtig – das war allerdings nicht immer so: „Ja, ich habe Politik vernachlässigt, obwohl ich aus einer sehr politischen Familie komme“, gab Marteria im Gespräch mit ‚Spiegel Online‘ zu. „Ich mache Musik über Sachen, die mir wichtig sind. Politik ist wichtig, und es läuft vieles nicht richtig. Das ist einem aber nicht immer klar, weil man vielleicht mit dem Kopf bei eigenen Problemen ist. Hauptsache erst mal Miete und Heizung bezahlen, bevor ich jemanden wähle. Das war jahrelang so.“ Heute aber auf jeden Fall nicht mehr – und gerappt wird darüber auch noch.