Nicolas Ghesquière: Dünne Frauen sind noch immer ein Modeklischee

Nicolas Ghesquière: Dünne Frauen sind noch immer ein Modeklischee

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Nicolas Ghesquière (c) WENN

Für Nicolas Ghesquière (45) ist Mode für ältere, rundere Frauen eine Herausforderung.

Der Kreativchef von Louis Vuitton findet zwar die Kritik, die großen Häuser würden nur für die zarte, junge Frau entwerfen, gerechtfertigt, doch die Realität sieht doch etwas anders aus. „Es stimmt, dass man von den Bildern her auf Jugendlichkeit schließt“, gestand er gegenüber dem ‚Icon‘-Magazin. „Aber Sie wären überrascht, wenn Sie die Wirklichkeit sehen würden. Das Haus ist groß, und wir stehen in einem sehr engen Austausch mit den Konsumenten, die sehr unterschiedlich sind.“

Jeder sollte daher die Designs von Louis Vuitton auf „sich selbst projizieren“ können. „Hier ist es wichtig, den unterschiedlichsten Frauen den Zugang zu ermöglichen, auch wenn es zu den Regeln gehört, Mode an dünnen Frauen zu zeigen.“ Aber auch er gibt zu: „Wir sind in der Modebranche manchmal zu besessen von Jugend.“

Neu ist dieser Denkansatz bei Nicolas Ghesquière keineswegs, schon in seinem ersten Jahr bei Louis Vuitton wollte er Mode nicht nur für die eine bestimmte Frau kreieren. „Mir geht es darum, tief in die Garderobe unterschiedlichster Frauen einzutauchen“, sagte er schon 2014 in einem Interview mit der ‚Gala‘. „Mode kann nicht für sich selbst existieren. Sie gehört nicht ins Museum. Das Wichtigste an ihr ist, dass Frauen mit ihr leben.“

Und Frauen sind nun eben nicht immer jung und schlank – Nicolas Ghesquière stellt sich mit Louis Vuitton diesem Modeklischee, lotet die Grenzen aus, doch ist es eben noch immer eine Herausforderung.