Oliver Franck: Tabubruch zur Aufklärung

Oliver Franck: Tabubruch zur Aufklärung

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Oliver Franck (c) MG RTL D / Rolf Baumgartner

Oliver Franck (42) musste sich überwinden.

Die Vorabendserie ‚Gute Zeiten, schlechte Zeiten‘ nimmt sich mal wieder einem Tabuthema an: häusliche Gewalt. Dafür erleben die Zuschauer bald, wie die nach außen hin so perfekt wirkende Familie Ahrens zerbricht. Denn was keiner weiß: Ehemann Martin Ahrens schlägt seine Serien-Ehefrau Nina (Maria Wedig) regelmäßig. „Dieses Tabuthema zu entstauben und einer großen Zahl von Zuschauern vor Augen zu führen, ist gut und richtig“, erklärte Oliver im Interview mit ‚RTL‘. „Auch die Probleme, die für die Familie dabei entstehen, sind wichtig zu zeigen und gehören dazu. Denn nur von außen zu verteufeln ist einfach, aber mitzuerleben, wie die häusliche Gewalt eine Familie zerfrisst, während sich alle hilflos bemühen, den Weg zur Harmonie zu finden, gibt dem Problem etwas Menschliches.“

Für seine Rolle recherchierte der Darsteller viel im Internet, doch es kostete ihn einige Überwindung, vor der Kamera entgegen seiner Natur eine Frau zu schlagen – auch wenn die Szene natürlich nur gestellt war. „Es war ein merkwürdiger und auch quälender Moment, in dem Maria Wedig und ich am Set den ersten Schlag geprobt haben“, gab Oliver Franck zu. „Den Mechanismus, eben nicht zu schlagen, zu überwinden war schwierig. Selbst im Spiel. Natürlich habe ich meine Schauspiel-Kollegin in den Szenen für die Serie nicht wirklich geschlagen, aber damit es authentisch wirkt, musste ich die Wut und die Gewalt in mir zulassen und in der Szene ausleben.“

Mit der Thematisierung von häuslicher Gewalt hoffe Oliver Franck aber auch, dass sich bei den Zuschauern vor dem Bildschirm etwas tut. „Wer weiß, vielleicht hilft es ja sogar dem einen oder anderen dabei, sich die Probleme überhaupt einzugestehen“, meinte er. „Vielleicht hilft es ja, zu sehen, dass es hinter geschlossenen Türen jedem passieren könnte. Vielleicht fühlen sich einige Opfer dann nicht mehr nur allein und hilflos, sondern unternehmen Schritte, um ihre Situation zu ändern. Das wäre wünschenswert.“