Wotan Wilke Möhring: "Jetzt laufe ich nur noch bei Laternenumzügen mit"

Wotan Wilke Möhring: "Jetzt laufe ich nur noch bei Laternenumzügen mit"

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Wotan Wilke Möhring (c) Cover Media

Wotan Wilke Möhring (50) zeigt seinen politischen Aktivismus heute anders.

Früher war der Schauspieler (‚Tatort‘) Punk und deshalb des Öfteren auf Demonstrationen unterwegs. Inzwischen ist das dem Dreifach-Papa aber zu viel.

„Jetzt laufe ich nur noch bei Laternenumzügen mit“, scherzte er im Gespräch mit ‚Closer‘.

Unpolitisch ist er deshalb aber nicht und versucht diese Haltung auch an seine Kinder Mia, Karl und Henriette weiterzugeben: „Ich erkläre ihnen, dass der Streit im Sandkasten ähnlich ist wie der Streit zwischen Trump und Kim Jong-un. Es geht darum, wer das größere Förmchen hat und wem die Schaufel gehört. Nur dass die Auswirkungen uns alle betreffen.“

In seiner Jugend war Wotan allerdings viel rebellischer und wollte als Punk „gegen engen Geist“ demonstrieren. „Gegen Sätze wie: ‚Das tut man nicht.‘ – ‚Das haben wir schon immer so gemacht.‘ – ‚Wie siehst du nur aus?‘ – ‚Was sollen die Nachbarn denken?‘ Dagegen, dass man Konventionen erfüllen musste“, erklärte er dem ‚Spiegel‘. „Ich wurde aus der Kneipe rausgeschmissen, weil ich so aussah, wie ich aussah: grüne Haare, abgeranzt. Ich hatte eine alte Jacke, die Ärmel abgeschnitten, bemalt mit Parolen wie ‚Störaktion‘ oder ‚Pogo lebt‘. Wir waren nicht so: no future. Ich habe stundenlang mit Glatzen diskutiert. Oder mit Poppern. Es ging darum, hinter die Kulissen zu schauen. Wer ist wer? Wer ist wer wirklich?“

Irgendwann hatte er von der Szene aber die Nase voll. „Ich habe das von 15 bis zum Bund gemacht. Und dann: Iro ab, Ohrringe raus. Da war mir die Nummer eh schon suspekt geworden“, betonte Wotan Wilke Möhring. „Ich kann das an einer Begebenheit festmachen. Ich habe bei einem Konzert erlebt, wie ein paar braungebrannte Punks sich von anderen belehren lassen mussten, dass so viel Farbe im Gesicht nicht geht, weil Punks nicht in Urlaub fahren. Hä? Plötzlich gab es da so Regeln. Ich fand es entlarvend, dass auch Randgruppen ihren Gruppenzwang haben, diesen Druck zur Uniformierung.“