Dieter Nuhr: "Kritik ist selten im Internet, meist wird gepöbelt"

Dieter Nuhr: "Kritik ist selten im Internet, meist wird gepöbelt"

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Dieter Nuhr (c) Cover Media

Dieter Nuhr (56) kennt sich mit Hass und Pöbelei im Internet nur allzu gut aus.

Der Komiker (‚Nuhr ab 18‘) gerät immer wieder in den Fokus von Kritikern, da er gerade mit seiner Islamkritik aneckt – ein Thema, das für die meisten großen Komiker immer noch ein Buch mit sieben Siegeln zu sein scheint.

Im Interview mit der ‚Südwest Presse‘ versucht der Moderator eine Erklärung zu geben, warum viele Komiker lieber die Finger vom Islam für ihre Programme lassen:

„Es fällt auf, dass einem, wenn man Religion kritisiert, immer gleich Hass vorgeworfen wird. Da gibt es vor allem bei Muslimen oft wenig Kritikfähigkeit.“ Dabei gehe es ihm gar nicht darum, irgendeine Form des Glaubens zu hassen oder zu verurteilen: „Jeder soll sprechen über das, was ihn bewegt. Ich kritisiere gerne, wenn Menschen irgendwelche geistigen Konstrukte zusammenklöppeln, um aus ihnen Herrschaftsstrategien abzuleiten. Da ist der Islam momentan ganz weit vorne.“

Durch die moderne Technik sei es leider möglich, dass leicht gegen diese Kritik gewettert werden kann – sachlich gehe es dabei aber so gut wie nie zu: „Kritik ist selten im Internet, meist wird gepöbelt. Statt Argumenten wird man etikettiert.“

Doch bei all dem digitalen Hass, der ihm entgegenschlägt, bleibt Dieter Nuhr einer Statute immer treu, wie er der ‚Neuen Westfälischen‘ verriet: „Im Grunde bin ich ja ein sehr verträglicher Mensch. Mein Ziel ist eigentlich eher Liebe als Hass.“