Erdal Yildiz: "Was brauche ich schon?"

Erdal Yildiz: "Was brauche ich schon?"

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Erdal Yildiz (c) Cover Media

Erdal Yildiz (52) ist ein Freund der Einfachheit.

Der Darsteller (‚Tatort‘) wird bevorzugt als Bösewicht in deutschen Film- und Fernsehproduktionen besetzt – dabei sei er privat gar kein böser Typ. Im Gegenteil, Erdal ist trotz seines Erfolgs bescheiden geblieben, wie er gegenüber der ‚B.Z.‘ versicherte:

„Ich habe gelernt, zu teilen, auf dem Boden zu bleiben und wenig Wünsche zu haben. Was brauche ich schon?“

Doch sein Erfolg kommt auch nicht von alleine, denn dahinter steckt eine Beobachtungsgabe, die Erdal regelmäßig nutzt, wie er weiter erklärte: „Für mich ist es immer sehr wichtig, die Einfachheit zu beherrschen und zu verstehen. Deshalb muss ich mich auf die Straße begeben. Ich sitze auf der Straße oder im Café und beobachte Menschen, die am Nachbartisch sitzen. Ich schaue eine ganz einfache Frau an und borge von ihr etwas aus, ohne dass sie es merkt. Ein Verhalten, eine Körperspannung. Vielleicht auch einen Satz und benutze das für meine Figur.“

So hat er nicht nur ein tiefes Gespür für seine eigenen Rollen entwickelt, sondern auch Empathie, die es ihm einfacher mache, als Bösewicht zu überzeugen, so Erdal Yildiz gegenüber der ‚F.A.Z.‘: „In jedem Bad Guy steckt doch auch Liebe. Er hat eine Mutter, die er liebt, vielleicht vergöttert er seinen Vater. Und sicherlich gibt es jemanden, für den er sterben würde. Nur wenn ich diese Liebe sehe, kann ich eine Brücke zum Zuschauer bauen. Er soll denken, ‚Okay, der Typ ist echt gewalttätig, aber irgendwas finde ich auch gut an ihm‘. Alles andere wäre langweilig.“