Oliver Mommsen: So ist es, Sexszenen zu drehen

Oliver Mommsen: So ist es, Sexszenen zu drehen

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Oliver Mommsen (c) Cover Media

Dieser Film mit Oliver Mommsen (49) geht unter die Haut.

Ein Autor von Erotik-Romanen, der keine körperliche Intimität zulassen kann und sich in die digitale Welt der Pornografie flüchtet und eine verheiratete Frau, die in ihrer Ehe unglücklich ist und deren sexuelles Verlangen durch eine Todessehnsucht geprägt ist – diese beiden unterschiedlichen Persönlichkeiten versuchen sich in Thomas Stillers (57) neuem Drama ‚Die Haut der Anderen‘ anzunähern.

Es ist eine Liebesgeschichte zwischen dem Schriftsteller Marc Deville, dargestellt von ‚Tatort‘-Schauspieler Oliver Mommsen und der Krankenschwester Justine, gespielt von Isabel Thierauch (33). Dabei wird bewusst mit Tabus gebrochen: So wie bei Justines Faszination für Tierkadaver, ihre sexuelle Neigung, im Bett gewürgt zu werden oder Marcs zwanghafte Selbstbefriedigung durch Internet-Pornografie.

Bei der Premiere der Low-Budget-Produktion in der Kulturbrauerei in Berlin sprach Hauptdarsteller Oliver Mommsen mit ‚Cover Media‘ über den Film und die Herausforderung, als Schauspieler intime Szenen vor der Kamera zu spielen.

„Eine Sexszene in einem Film zu drehen, ist immer eine komische Situation. Du musst einen ganz intimen Moment spielen, der in diesem Moment jedoch gar nicht intim ist. Denn um dich herum sind überall Menschen. Es ist etwas merkwürdig. Ich habe immer großen Respekt davor“, gab Mommsen offen zu. Dennoch sei er locker an die Sache herangegangen: „Du musst das um dich herum ausblenden. Dann brauchst du die Hilfe des Regisseurs, der einen Raum schafft, der entspannt ist.“ Dabei schwärmte er über Thomas Stiller, der nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch des Films schrieb: „Ich glaube, mit keinem kann man besser Sexszenen drehen als mit Thomas. Er nimmt der ganzen Sache die Aufregung. Das bin ja dann auch nicht ich, sondern das ist die Filmfigur.“

Dennoch gibt der 49-Jährige zu, dass es als Schauspieler unglaublich anstrengend sein kann, diese intimen Szenen später auf der großen Leinwand zu sehen. „Ich mag den Film, die Arbeit und wie er entstanden ist, aber ich gehe heute nicht mehr rein“, erklärte er mit einem Schmunzeln.

Die Reaktionen der Zuschauer nach der Vorführung wollte sich Mommsen dennoch nicht entgehen lassen. Der Wahl-Berliner nahm sich die Zeit, nach dem Film mit dem Publikum zu sprechen, Fragen zu beantworten und zu diskutieren. Das Ende lässt Raum für Interpretationen, über die Oliver Mommsen gerne reflektiert, wie er selbst sagte: „Es ist eine wunderschöne Liebesgeschichte, die nicht einfach ist und in die Tiefe geht.“

Wer sich selbst ein Bild über die Beziehung zwischen Justine und Marc machen will, kann sich die ‚Die Haut der Anderen‘ in ausgewählten Kinos in Berlin, München und Dresden anschauen.